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Kinderbücher ohne Rassismus

Kinder lieben es, wenn sie Geschichten vorgelesen bekommen. Aber in manchen Klassikern der Kinderliteratur kommen rassistische Wörter vor. Das wollen einige deutsche Verlage jetzt ändern.‎

„Die kleine Hexe“ zählt zu den beliebtesten Kinderbüchern in Deutschland. Das Buch von Otfried Preußler wurde 1957 erstmals veröffentlicht und verkauft sich immer noch sehr gut. In der Geschichte gibt es eine Faschings-Szene, in der die kleine Heldin Kindern in Kostümen begegnet. Hier ist im Originaltext vonNegerlein“ und „Neger“ die Rede, wie es zu der Zeit üblich war. Bei solchen Inhalten unterbrechen heute manche Eltern das Vorlesen. Sie erklären dann ihren Kindern, dass diese Begriffe in unserer Zeit nicht mehr verwendet werden und warum sie andere Menschen verletzen.

Der Stuttgarter Thienemann-Verlag will diese diskriminierenden Begriffe in der nächsten Neuausgabe der kleinen Hexe herausnehmen. Damit reagiert der Verlag auch auf Leserbriefe, die er in den vergangenen Jahren immer wieder mal bekommen hat. Der Schriftsteller und seine Familie sind mit den Änderungen einverstanden. Denn es war nie die Absicht von Otfried Preußler, Menschen mit anderer Hautfarbe zu beleidigen.

Thienemann gehört zu mehreren Verlagshäusern, die sich mit rassistischen Begriffen in ihren Kinderbuchklassikern auseinandersetzen müssen. Der Friedrich Oetinger Verlag gab 2009 eine Neuausgabe von Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ heraus. Jetzt wird Pippis Vater nicht mehr als „Negerkönig“, sondern als „Südseekönig“ bezeichnet.

Manche Leute sehen darin eine Form der Zensur, und einige Verlage lehnen solche Änderungen ab. Der Hanser Verlag zum Beispiel entschied sich dagegen, aus dem Buch „Huckleberry Finn“ von US-Autor Mark Twain rassistische Begriffe wie „Nigger“ zu streichen. Der Übersetzer Andreas Nohl sagte, er wollte Twain nicht hinterher klüger aussehen lassen.

Glossar

Klassiker, – (m.) – hier: etwas (z. B. ein Film oder ein Buch), das auch nach langer Zeit noch bekannt und beliebt

vor|lesen – laut lesen, so dass jemand dem Text zuhören kann

Hexe, -n (f.) – eine weibliche Person, die in Märchen vorkommt und zaubern kann

beliebt – etwas, das viele Menschen sehr gern haben; etwas, das sehr gefragt ist

Faschings-Szene, -n (f.) ein Teil der Geschichte, der im Karneval spielt.

Heldin, -nen (f.) – hier: die weibliche Hauptfigur in einer Geschichte

von etwas ist die Rede – über etwas wird gesprochen oder geschrieben

jemanden verletzen – hier: jemanden beleidigen und psychisch wehtun

Neger, – (m.) – altes, →diskriminierendes Wort für: ein Mensch, der eine dunkle Hautfarbe hat

rassistisch – so, dass jemand Menschen nach Herkunft und Hautfarbe bewertet und benachteiligt

diskriminierend – so, dass Menschen schlechter behandelt werden, die eine andere Hautfarbe, Religion, Kultur o. Ä. haben

Verlag, -e (m.) – das Unternehmen, das Zeitungen oder Bücher veröffentlicht

Neuausgabe, -n (f.) ‑ die Form, in der ein schon veröffentlichtes Buch, noch einmal veröffentlicht wird

Leserbrief, -e (m.) – die Post von einer Person, die ein Buch oder eine Artikel gelesen hat und darauf reagiert

sich mit etwas auseinandersetzen – sich Gedanken über etwas machen; sich mit etwas beschäftigen

Südseekönig, -e (m.) – ein König von Inseln im Pazifischen Ozean

etwas aus einem Buch streichen – ein Wort oder einen Abschnitt aus einem Buch herausnehmen

Nigger, – (m.) (aus dem US-Englischen) – altes, →diskriminierendes Wort für: ein Mensch, der eine dunkle Hautfarbe hat

Učenje nemačkog preko interneta, audio vežba – Wie blauäugig!

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Wie blauäugig!

Blaue Augen: Für viele sind sie ein Sinnbild für Naivität und Unwissenheit. Handelt es sich dabei nur um ein deutsches Selbstbild? Folgen Sie uns auf eine kleine sprachliche Reise durch die Kulturgeschichte.

“O Hermann! Hermann! / So kann man blondes Haar und blaue Augen haben, / Und doch so falsch sein?” – das lässt Heinrich von Kleist den römischen Feldherrn Varus ausrufen, als dieser erkennt, dass der Cheruskerfürst Hermann ihn betrogen hat. Blondes Haar und blaue Augen gelten hier offenbar als Zeichen von Treue und Ehrlichkeit, wobei der Römer wohl gehofft hatte, dass Hermann damit auch leichtgläubig sei – blauäugig eben. So wie wir heute diese Augenfarbe als Metapher für ein naives Gemüt und unüberlegte Handlungen verwenden. Warum kommen wir dabei aber gerade auf die blauen Augen, und nicht etwa auf braune oder grüne?

Blaue Augen = naiver Charakter?

Seit der Antike gelten Augen als Spiegelbild der Seele. Sie wurden darum als ein ganz besonders edles Körperteil angesehen. Nun könnte man meinen, dass blaue Augen durchsichtig sind und einen in das Innere eines Menschen blicken lassen, der nichts zu verbergen hat. Manch einer wird vielleicht auch daran denken, dass die meisten Babys im ersten Lebensjahr blaue Augen haben, weil ihr Körper das Pigment Melanin noch nicht ausgebildet hat. Sind Babys denn nicht in der Tat leichtgläubig und naiv?

Irgendetwas scheint hier aber nicht zu stimmen, denn nur im Deutschen wird blauäugig mit naiv, unwissend, dumm, blöd gleichgesetzt. Das englische blue-eyed bezeichnet nur die Augenfarbe, ebenso das französische des yeux bleus oder das spanische ojos azules. Im östlichen Mittelmeerraum gibt es sogar die Vorstellung, dass blauäugige Menschen einen mit dem bösen Blick schaden können. Sollte dies bedeuten, dass “treue blaue Augen” und “naive Blauäugigkeit” eine typisch deutsche Vorstellung sind?

Blaue Augen = feige?

Werfen wir dazu einen Blick auf die Geschichte der Körperdeutungen. In der Antike gab es mit der Physiognomik eine Wissenschaft, die vom Körper auf den Charakter zu schließen versuchte. Wenn man hier nach der Bedeutung von blauen Augen sucht, ist man überrascht, dass sie kaum eine Rolle spielen.

Die älteste Abhandlung dazu, die Aristoteles zugeschriebene Physiognomica, die um 300 vor Christus entstand, handelt sie mit einem Satz ab: Blaue Augen verweisen auf einen feigen Charakter – eine Vorstellung, die uns heute völlig fremd erscheint.

Blaue Augen = phlegmatisch?

Aber es gibt noch eine weitere historisch wichtige Tradition, Körper und Charakter miteinander in Beziehung zu setzen: die Temperamentenlehre. Sie stammt aus der antiken Medizin und ging davon aus, dass körperliche Säfte den menschlichen Charakter bestimmen und seine äußerlichen Merkmale beeinflussen.

Blaue Augen galten als Zeichen dafür, dass der Körper besonders wasserreich war. Wasserreichtum wiederum machte einen Menschen zum Phlegmatiker, zu einer trägen Person, die zwar ein gutes Gedächtnis hatte, aber nur wenig Verstand besaß.

Ein deutsches Selbstbild?

Von blauen Augen als Zeichen von Treue oder Naivität ist somit weder in der Physiognomik noch in der Temperamentenlehre die Rede, obwohl beide in Europa bis tief ins 19. Jahrhundert hinein überliefert und wissenschaftlich ernst genommen wurden. Diese Vorstellung muss also jüngeren Datums sein. Tatsächlich finden sich in der deutschen Literatur vor dem 19. Jahrhundert keine Belege für naive Blauäugigkeit.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass diese Metapher nur im deutschen Sprachraum zu finden ist, liegt die Vermutung nahe, dass sie im Zusammenhang mit der deutschen Nationalbewegung entstanden ist. Es würde sich dabei also um ein sogenanntes deutsches Autostereotyp handeln, um ein Selbstbild.

Blauäugige Deutsche

Der Deutsche an sich wurde äußerlich mit blond und blauäugig in Verbindung gebracht, eine Kombination, die dann vermutlich auf alle Deutschen übertragen wurde. Als eine Eigenschaft des blonden und blauäugigen Deutschen sah man vor allem die Treue an, die 1841 in der zweiten Strophe des “Lieds der Deutschen” von Hoffmann von Fallersleben besungen wurde: Deutsche Frauen, deutsche Treue, / Deutscher Wein und deutscher Sang!

Als eine weitere Eigenschaft neben der Treue galt auch der Idealismus. Von Treue und Idealismus ist es nur noch ein Schritt zu Gutgläubigkeit und Naivität. So lässt der österreichische Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch in seiner Novelle “Venus im Pelz” einen deutschen Maler auftreten, dessen “schöne, schwärmerische, blaue Augen” sich so in die Femme fatale Wanda vergucken, dass er darüber verrückt wird.

Deutsche = blauäugig

Also: Was lernen wir daraus? Dass blaue Augen in Deutschland sehr verbreitet sind und dass die vermeintlich naiven und leichtgläubigen Kinder dementsprechend oft blaue Augen haben, war eine wissenschaftliche Erkenntnis, mit der man die nationale Ausdeutung der Farbe belegen wollte. In den blauen Augen als Metapher für Naivität klingt somit ein nationales Selbstbild nach – blauäugig sind daher im doppelten Sinne nur die Deutschen.

Audio vežbe za učenje nemačkog jezika, Das Seemannsgarn

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Wort der Woche

Das Seemannsgarn

Wer Seemannsgarn spinnt, hat viel zu erzählen. Glauben sollte man nicht alles – aber zuhören sollte man. Denn spannend wird es bestimmt.

„Der Hai war riesig und er schwamm direkt auf mich zu. In letzter Sekunde konnte ich ihn mit einem Tritt vertreiben. Dann bin ich hundert Kilometer zurück ans Ufer gekrault.“ Diese unterhaltsame Geschichte ist mit ziemlicher Sicherheit Seemannsgarn. Das heißt, dass der Erzähler nicht ganz bei der Wahrheit bleibt. Das Wort Seemannsgarn dürfte sich irgendwann aus dem Wort Schiemannsgarn entwickelt haben. Das ist eine Art Seil, das man früher auf Schiffen brauchte. Die Seefahrer stellten es selbst her, sie sponnen es. Dabei erzählten sie sich von ihren Erlebnissen auf See. Um es spannender zu machen, dichteten sie noch etwas hinzu. So wurde Schiemannsgarn oder Seemannsgarn zu einem Synonym für Geschichten, in denen übertrieben wird. Natürlich können nicht nur Seefahrer Seemannsgarn erzählen. Auch der Urlauber, der von seiner Begegnung mit einem Hai berichtet, erzählt vielleicht Seemannsgarn. Möglicherweise war der Hai ja nur ein kleiner Fisch und das rettende Ufer war nicht hundert Kilometer sondern nur zehn Meter entfernt. Aber das wäre doch langweilig …

Glavna audio tema za učenje nemačkog, Sam svoj majstor – Mach es selbst

Nemacki jezik, Mali zanati sve popularniji

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Mach es selbst

Gärtnern, Basteln, Stricken: Diese Hobbys sind wieder beliebt. Viele Menschen wollen wieder mit den eigenen Händen etwas herstellen – als Ausgleich zum Stress im Berufsleben oder um ein Produkt selbst zu gestalten.‎

Tätigkeiten, die in Deutschland lange Zeit nicht zum Bild eines modernen Menschen passten, liegen wieder im Trend. Susanne Kickern aus Köln zum Beispiel näht gern in ihrer Freizeit. Beruflich ist die Kulturmanagerin viel unterwegs und muss immer erreichbar sein. Nach einem langen Arbeitstag im Büro möchte sie in ihrer Freizeit etwas mit ihren Händen tun, etwas selbst machen. Sie sagt: „Nähen hilft mir, zur Ruhe zu kommen“.

So wie ihr geht es vielen, die im Berufsleben stark unter Druck stehen. In einer Studie hat das Rheingold-Institut 2011 Menschen in Deutschland befragt, was sie am liebsten in ihrer Freizeit tun. Als spießig geltende Hobbys wie Stricken, Nähen oder Gärtnern landeten auch bei jungen Leuten auf Spitzenplätzen.

Eine weitere Ursache ist Trendforscherin Ines Imdahl zufolge, dass sich viele Arbeitnehmer im Berufsleben fremdbestimmt fühlen. Tätigkeiten werden oft nicht mehr von einer Person vom Anfang bis zum Ende durchgeführt. Dadurch geht die Kontrolle über die Arbeit verloren. Imdahl meint, dass viele Menschen deshalb nach Hobbys suchen, bei denen sie selbst entscheiden können: „Wann fängt es an, wann hört es auf und wann haben wir es komplett fertiggestellt“, so die Trendforscherin.

Und so näht man in öffentlichen Cafés oder betreibt Ackerbau. Viele Großstädter, die sich keinen eigenen Garten leisten können, suchen ihr Glück auf einem Stück Feld, auf dem sie Gemüse anbauen. Diese neuen Freizeitbeschäftigungen haben aber nicht nur mit Stressausgleich und Selbstverwirklichung zu tun. Ines Imdahl ist der Meinung, dass viele in diesen Hobbys auch einfach die Gemeinschaft mit anderen suchen oder sich vom allgemeinen Geschmack abgrenzen wollen.

Glossar

gärtnern – einen Garten pflegen

(etwas) basteln – etwas (z. B. aus Papier) selbst herstellen

(etwas) stricken – mit Nadeln Kleidungsstücke aus z. B. Wolle herstellen

etwas gestalten – hier: etwas mit seinen Händen herstellen

im Trend liegen – umgangssprachlich für: modern sein; gerade sehr beliebt sein

zur Ruhe kommen – sich beruhigen; ruhig werden; sich entspannen

unter Druck stehen – hier: sehr viel Stress haben

als etwas gelten – in einer bestimmten Art und Weise bewertet werden

spießig – konservativ; langweilig; unmodern

auf Spitzenplätze landen – hier umgangssprachlich für: am beliebtesten sein

Arbeitnehmer, -/Arbeitnehmerin, -nen – jemand, der in einer Firma angestellt ist

fremdbestimmt sein – von einer anderen Person bestimmt/stark beeinflusst werden

etwas fertig|stellen – etwas zu Ende machen

Ackerbau betreiben – Nutzpflanzen wie Obst, Gemüse oder Getreide anpflanzen

etwas an|bauen – hier: etwas anpflanzen

Selbstverwirklichung (nur Singular) – hier: die Tatsache, dass man eine Tätigkeit ausübt, um sich selbst gut zu fühlen

mit etwas zu tun haben – hier: der Grund für etwas sein

sich von etwas ab|grenzen – anders sein als etwas, hier auch: etwas nicht unterstützen

Geschmack, -Geschmäcker (m.) – hier: die allgemeine Mode

Online kurs nemačkog – audio vežba Im Storchenland

Nemacki jezik, Im Storchenland

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Im Storchenland

Er gilt als Glücksbringer und Säuglingsbote. Eine schöne Singstimme fehlt ihm. Dafür klappert er, beißt Frauen ins Bein und stolziert durch den Salat und durch die deutsche Sprache. Da brat mir einer ’nen Storch!

„Mama, Papa, wo kommen denn eigentlich die Babys her?“ Diese oder ähnliche Fragen stellt sicher jedes Kind mindestens einmal im Leben seinen Eltern. Nicht jede Mutter hat in dieser etwas unangenehmen Situation ein Aufklärungsbuch parat und nicht jeder Vater möchte überhaupt die biologischen Hintergründe der Zeugung erläutern. Kindgerecht wird dann gesagt: „Die Babys werden vom Storch gebracht.“

Der Storch und die Babys

Wie kommt man denn auf diese Idee? Ein Vogel soll kleine Kinder durch die Luft kutschieren und sie einfach vor die Tür legen? Oder lässt er sie womöglich sogar aus der Luft fallen? Woher weiß er denn, welches Kind wohin gehört? Und woher bekommt er die Babys? Das pfiffige Kind und auch der eine oder andere Erwachsene stellt sich recht schnell eben diese Fragen. Woher genau diese Geschichte stammt, ist nicht ganz eindeutig zu erklären, aber wir wollen es versuchen.

Die Wortherkunft gibt zumindest keine Erklärung. Sprachwissenschaftler sind sich nämlich nicht so ganz einig. Die eine Theorie geht davon aus, dass das Wort „Storch“ auf „starr“ oder„Sterke“ zurückgeht, also den staksigen Gang des Vogels auf seinen dünnen Beinen bezeichnet. Andere wiederum meinen, der Begriff Storch könnte aus einer Metapher für das Wort Stock entstanden sein und sich auf die mittelalterliche Bedeutung „männliches Geschlechtsteil“ beziehen.

Storchenschnabel und beißende Störche

Vielleicht haben die Menschen früher also den langen, geraden Hals des Vogels als Phallussymbol gesehen und die direkte Beziehung zwischen männlichem Geschlechtsteil und Schwangerschaft einfach nur hübsch umschrieben. Das würde ja zur moderneren Bienchen-und-Blümchen-Geschichte für Kinder passen, um zu erklären, wie das mit den Babys so funktioniert.

Hier sei nur nebenbei erwähnt: Es gibt es auch eine Blume, die Storchenschnabel heißt. Denn die Form der Fruchtknoten erinnert an den Schnabel unseres Federtiers. Aber wir wollen ja nicht abschweifen, sondern der Idee, ein Storch und Schwangerschaft hätten etwas miteinander zu tun, auf den Grund gehen.

Von beißenden und klappernden Störchen

Der Storch hat die Mutter ins Bein gebissen wurde Kindern früher als Erklärung dafür gegeben, dass ein Brüderchen oder Schwesterchen unterwegs ist. Es herrschte nämlich die Vorstellung, dass ein Bein – oder auch ein Fuß – Zeugungskraft besaß. Als Redewendung ist die Erklärung in der deutschen Sprache geblieben. Denn wer vom Storch gebissen wurde, ist schwanger.

Und der Begriff vom Klapperstorch, der die Kinder bringt, hat eine ganz natürliche Ursache. Störche können nicht singen, über ein leichtes Krächzen kommen sie nicht hinaus. Also, was tun bei der Balz? Ordentlich mit den Schnäbeln klappern!

Staksende und gebratene Störche

Meister Adebar, Heilebart, Knickerbein, Langbein oder Stelzbein, um nur einige weitere Namen des Storches zu erwähnen, beißt, klappert – und er stakst. Woher allerdings die Redewendung kommt, dass jemand wie ein Storch durch den Salat stakst, ist letztlich nicht zu klären. Vielleicht ist es einfach nur eine Lautmalerei. Den „Salat“ könnte man auch durch „Spinat“ ersetzen. Frauen auf High-Heels können sich allerdings vorstellen, wie sich ein Storch mit seinen dünnen, langen Beinen so fühlen mag, wenn er ungelenk durch die Gegend geht!

Genau so wenig wie er durch Salat stakst, wird der Storch eigentlich – bis auf ganz wenige Ausnahmen – auch nicht gebraten. Denn Störche galten in der Antike als heilige Tiere und wurden nicht in die Pfanne gelegt oder gegrillt und gegessen. Und deshalb drückt jemand der ausruft: Da brat mir einer einen Storch nur aus, dass etwas unerhört, verwunderlich und nicht zu glauben ist.

Kalif Storch

Wie das Märchen „Kalif Storch“ von Wilhelm Hauff zum Beispiel. Der mächtigste Mann Bagdads und sein treuer Großwesir werden dank eines verzauberten Pulvers in Störche verwandelt. Und warum? Weil sie die Sprache der Tiere verstehen wollen und ihnen zufällig zwei Störche begegnen, einer klappert auf der Suche nach Fröschen mit dem Schnabel, ein anderer fliegt über ihre Köpfe.

Kaum nehmen sie das Pulver, verstehen sie die beiden Störche und müssen so lachen, dass sie darüber den Zauberspruch vergessen, der sie zurückverwandeln kann. Erst eine verzauberte Eule kann ihnen helfen, wieder in ihre richtige Gestalt zurückzufinden.

Der Storch und das Glück

Zur Begründung für die ganzen Babygeschichten soll eines nicht unerwähnt bleiben: Störche gelten als Glücksbringer. Hat jemand ein Storchennest auf dem Dach, brauchen sich die Bewohner nicht zu fürchten. Wo ein Storch nistet, so will es der Aberglaube, brennt das Haus nicht ab. Womit wir wieder am Anfang sind. Eigentlich wussten wir es ja schon immer. Aber Aberglaube ist Aberglaube und hält sich in der Regel hartnäckig. Denn der Glaube, dass der Storch die Kinder bringt, beruht auf einer Legende, die sich überwiegend in Norddeutschland verbreitete. Danach holt er die Babys aus einem Brunnen, beißt die Mutter ins Bein, die nun das Bett hüten muss. Dann legt er ihr das Baby ins Bett. So einfach ist das.

Audio i video vežbe za nemački jezik, Die Märchen der Brüder Grimm (Sprachbar & VIDEO)

Pre dva veka pojavila se prva knjiga braće Grim, koja je u Nemačkoj dostigla popularnost Biblije. Jakob i Vilhelm imali su izuzetan uticaj na sakupljače narodne književnosti, pa i na našeg Vuka Karadžića. U nastavku donosimo kraću vežbu za učenje nemačkog jezika na temu braće Grim, a ovde možete pročitati tekst Dragane Matović: Braća Grim: Besmrtnost kao iz bajke.

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Sie heißen „Schneewittchen“ oder „Der Froschkönig“. Sie erzählen von Wundern, dem Recht auf Glück und vom Sieg des Guten. Die Grimmschen Märchen bringen Kinderaugen zum Leuchten und haben Fans in aller Welt.

Die Märchen der Brüder Grimm

Sie heißen „Schneewittchen“ oder „Der Froschkönig“. Sie erzählen von Wundern, dem Recht auf Glück und vom Sieg des Guten. Die Grimmschen Märchen bringen Kinderaugen zum Leuchten und haben Fans in aller Welt. ‎

Braca GrimDie Märchensammlung der Brüder Grimm zählt zu den bekanntesten und meistverkauften Werken in deutscher Sprache. Viele Figuren wie „Schneewittchen“, „Der Froschkönig“, „Rotkäppchen“ oder  „Hänsel und Gretel“ sind weltberühmt. Die Märchen wurden in mehr als 160 Sprachen übersetzt und werden immer wieder neu erzählt – als Comic, Bilderbuch, Kino- oder Zeichentrickfilm, im Videoclip, auf Hörbüchern oder der Theaterbühne.

Am 20. Dezember 1812 veröffentlichten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm in Berlin den ersten Band ihrer „Kinder- und Hausmärchen“. Diese erste Auflage bestand nur aus 900 Exemplaren. Das Ziel der Brüder  war es, die bis dahin immer nur mündlich erzählten Märchen in Buchform zu sammeln.

Die Texte der ersten Ausgabe ließen sich nur schwer vorlesen und waren für Kinder daher wenig geeignet. Die Märchen wurden erst nach gründlicher Umarbeitung zum Erfolg. So lautet der typische Anfang eines Märchens „Es war einmal …“  und am Schluss steht oft der Satz „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute”. Mit hinzugefügten Illustrationen fanden die Märchen dann ab 1830 ein immer größeres Publikum. Innerhalb weniger Jahrzehnte hatten sie Freunde auf der ganzen Welt.

Auf diese Weise entwickelten die Brüder Grimm eine Form, die viele Menschen heute weltweit mit „Märchen” verbinden. Und weil sich die Themen, um die ihre Märchen kreisen, auch in anderen Volksliteraturen finden lassen, werden sie überall verstanden.

Glossar

Kinderaugen zum Leuchten bringen – eine Stimmung herstellen, in der Kinder sich auf etwas freuen

Fan, -s (m.) – jemand, der etwas oder jemanden (z. B. einen Popstar oder einen Fußballverein) ganz toll findet

Comic, -s (m.) – eine Geschichte, die mit einer Reihe von gezeichneten Bildern und kurzen Texten erzählt wird

Zeichentrickfilm, -e (m.) – ein Film aus einer Folge einzeln gefilmter Zeichnungen

Videoclip, -s (m.) – ein kurzer Videofilm zu einer Person, einem Popsong oder einer Sache

Hörbuch, -bücher (m.) – eine CD oder eine Audiodatei mit gesprochenen Texten wie z. B. Romanen

Band, Bände (m.) – hier: ein Buch, das Teil von einer zusammenhängenden Reihe von Büchern mit demselben Thema ist

Auflage, n (f.) – die Anzahl der gleichen Bücher, die zur selben Zeit veröffentlicht werden

Exemplar, -e (n.) – hier: das Einzelstück

Ausgabe, -n (f.) – hier: die Form, in der ein Buch veröffentlicht wird

gründlich – sehr genau und sorgfältig

Umarbeitung, -en (f.) – die Änderung, die Bearbeitung

Illustration, -en (f.) – ein Bild, das zeigt, was in einem Text steht

weltweit – überall auf der Welt

etwas mit etwas verbinden – hier: etwas in Gedanken zusammenbringen

um etwas kreisen – sich um etwas drehen

Autoren: Silke Bartlick  / Michael  Stegemann
Redaktion: Ingo Pickel

The Brothers Grimm – Trailer Deutsch (HD)